Wetterleitfaden

Wettervorhersage vor einem Skitag lesen

Die Nullgradgrenze entscheidet über Pulverschnee oder Regen, der Wind über den Liftbetrieb und die Wolken über die Sicht. Lies alles als eine Zeitachse.

Aktualisiert 16. September 2026

Die Schneemenge bekommt viel Aufmerksamkeit, entscheidet aber selten über einen Skitag. Wichtig ist, wo die Temperatur im Verhältnis zum Gefrierpunkt liegt, wie stark der Wind auf den ausgesetzten Liften ist und ob der Untergrund genügend Kontrast bietet.

Die schnelle Antwort

  • Beobachte, wie die Temperaturkurve die Null-Grad-Marke kreuzt. Dieser Übergang entscheidet bei derselben Niederschlagsvorhersage zwischen Neuschnee und Regen – und über Wiedergefrieren oder Sulz über Nacht.
  • Wind schließt Lifte lange bevor er dich vom Skifahren abhält. Böen auf ausgesetzten Liften in großer Höhe sind meist der Grund, warum ein Skigebiet nur noch die unteren Anlagen betreibt.
  • Wolken bestimmen die Sicht, und diffuses Licht ruiniert den Tag, an den man sich sonst erinnert. Dichte Wolken über einer frischen Oberfläche nehmen den Kontrast vollständig weg.
  • Eine klare, kalte Nacht nach einem warmen Tag bedeutet einen harten Morgen. Der Untergrund friert wieder durch; die gute Stunde kommt später, als du denkst.
  • In Weathergraph stehen Temperaturkurve und Niederschlag im selben Diagramm. Der Übergang ist dadurch sichtbar statt berechnet, und die Windlinie mit Böenpfeilen verläuft direkt daneben.

Der Gefrierpunkt ist entscheidend

Lage der Kurve Was fällt und was mit der Oberfläche passiert
Deutlich unter 0 °C Schnee bleibt Schnee. Bei deutlich tieferen Temperaturen: trockener Pulverschnee.
Um 0 °C herum Der unsichere Fall – nasser Schnee, Schneeregen oder ein paar hundert Meter weiter unten Regen.
Über 0 °C mit Niederschlag Regen auf der Piste. Das schlechteste Ergebnis für eine frische Schneevorhersage.
Tagsüber über 0 °C, nachts darunter Frühlingsbedingungen: Sulz am Nachmittag, harte Piste beim ersten Lift.

Denk daran, dass sich der Vorhersagepunkt meist im Tal oder an der Basis des Skigebiets befindet. Weiter oben ist es kälter – unter typischen Bedingungen etwa 6,5 °C pro 1.000 m –, daher können bei +2 °C an der Talstation an der Bergstation deutlich weniger als 0 °C herrschen. Genau deshalb sagt eine Gesamtschneemenge für „das Skigebiet“ so wenig aus.

Wind und warum die Lifte stillstehen

Der Wind ist an einem Skitag gleich aus zwei Gründen wichtig. Er schließt exponierte Lifte und bewegt den Schnee nach dem Fallen: Luvhänge werden abgeweht, Lee­hänge beladen. Maßgeblich ist die Böe, nicht der Durchschnitt – unser Ratgeber zu Böen und durchschnittlichem Wind erklärt, warum der Unterschied zwischen beiden das nützliche Signal ist. Auf dem Berg liegt die gefühlte Temperatur auf einem schnellen, exponierten Sessellift weit unter der Lufttemperatur in der Kurve.

Den Tag planen

  1. Finde das Niederschlagsfenster und sieh, auf welcher Seite von null es liegt.
  2. Prüfe den Wind am Vormittag – dann werden die Entscheidungen über den Liftbetrieb getroffen.
  3. Achte auf die Lücke im Wolkenband, wenn dir Licht wichtiger ist als Neuschnee.
  4. Lies die Nachttemperatur ab, um zu wissen, wie die Oberfläche beim ersten Lift sein wird.

Was dieser Ratgeber nicht leistet

Dieser Ratgeber zeigt, wie du eine allgemeine Vorhersage für einen Skitag liest, und endet dort, wo die Schneedecke beginnt. Die Lawinengefahr wird von regionalen Lawinenwarndiensten anhand von Beobachtungen eingeschätzt, die keine Verbrauchervorhersage enthält. Nichts in einer Wetter-Zeitachse ersetzt das lokale Bulletin, bevor du abseits der Piste oder auf Skitour gehst. Lies zuerst das Bulletin und nutze die Vorhersage, um den Tag auszuwählen.

Weathergraph

Sieh, wie der Gefrierpunkt die Kurve kreuzt

Weathergraph zeichnet die Temperatur als Kurve und den Niederschlag daneben ein. So siehst du, wann die Vorhersage die Null-Grad-Marke überschreitet – und was auf beiden Seiten davon fällt.