Wetterleitfaden
Eine Rennradtour nach Wind und Regen planen
Die Windrichtung entscheidet, wo die Fahrt anstrengend wird, und der Zeitpunkt des Regens, ob sie überhaupt stattfindet. Lies beides auf einer Zeitleiste und plane die Runde so, dass der Rückenwind auf der anstrengenden Hälfte kommt.
Aktualisiert 16. September 2026
Bei einer Radtour lautet die Frage an die Vorhersage nicht „wird es regnen“. Sie lautet: Aus welcher Richtung kommt der Wind, wann kommen die Böen, und in welchen Stunden bleibt es trocken – denn diese drei Dinge bestimmen die Route, nicht nur die Abfahrtszeit.
Die schnelle Antwort
- Fahr mit dem Gegenwind los und komm mit Rückenwind nach Hause. Das ist der wertvollste Hinweis, den eine Vorhersage einem Radfahrer geben kann – und du musst nichts dafür bezahlen. Die müde Hälfte der Fahrt wird dadurch leichter.
- Lies Böen getrennt vom Durchschnittswind. Ein Durchschnitt von 20 km/h mit Böen von 45 km/h ist eine andere Fahrt als gleichmäßige 30 km/h. Böen können dich über eine Fahrspur drücken.
- Seitenwind auf einer ungeschützten Straße ist schlimmer als stärkerer Gegenwind auf einer geschützten. Sobald der Wind etwa 25 km/h überschreitet, ist die Richtung wichtiger als die Geschwindigkeit.
- Der Zeitpunkt des Regens ist wichtiger als seine Wahrscheinlichkeit. Achte darauf, wann die Balken beginnen und enden.
- In Weathergraph ist die Windlinie eine rot gestrichelte Kurve. Kleine Pfeile zeigen die Richtung für jede Stunde, doppelte Pfeile die erwarteten Böen – im selben Diagramm wie Regenmenge, Wahrscheinlichkeit und Temperatur. Halte eine beliebige Stunde gedrückt, um den genauen Wert mit seiner Beaufortbeschreibung zu sehen.
Windrichtung – beim Radfahren zählen nur diese Begriffe
Wind wird danach benannt, woher er kommt. Ein „Westwind“ kommt aus dem Westen. Wenn du nach Westen fährst, hast du also Gegenwind – das ist die anstrengende Hälfte. Diese Konvention sorgt ständig für Verwirrung. Es lohnt sich, bewusst darauf zu achten – unser Leitfaden zum Thema Windrichtung lesen erklärt dieselbe Konvention bei der Wahl eines Zeltplatzes.
Praktisch bedeutet das für eine Hin- und Rückfahrt:
- Finde die Windrichtung für die Stunden heraus, in denen du unterwegs sein wirst, nicht nur für jetzt. An vielen Tagen dreht der Wind im Laufe des Nachmittags.
- Fahr in den Wind hinein. Du bist noch frisch, und die Anstrengung verteilt sich gleichmäßiger auf die gesamte Fahrt.
- Lege bei einer Rundtour den ausgesetzten Abschnitt dorthin, wo der Wind hilft oder am wenigsten von der Seite kommt – die Pfeile entlang der Zeitleiste zeigen dir, wann sich die Richtung dreht.
Böen sind eine eigene Vorhersage
Durchschnittliche Windgeschwindigkeit und Böengeschwindigkeit sind zwei verschiedene Werte, und der Abstand zwischen ihnen ist das entscheidende Signal. Ein kleiner Abstand bedeutet gleichmäßige Bedingungen, an die du dich anpassen kannst. Ein großer Abstand bedeutet, dass sich das Fahrrad unter dir unvorhersehbar bewegt – bei Abfahrten, im Verkehr und mit Hochprofilfelgen ist das weit wichtiger als der Durchschnitt. In Böen und durchschnittlicher Wind gehen wir genauer darauf ein.
Die Fahrt um das trockene Zeitfenster planen
| Was du auf der Zeitleiste siehst | Was das für die Fahrt bedeutet |
|---|---|
| Balken beginnen am frühen Nachmittag, davor nichts | Fahr früh los; die tägliche Wahrscheinlichkeit ist irrelevant. |
| Niedrige Balken erstrecken sich über viele Stunden | Nieselregen-Tag. Mit der richtigen Ausrüstung fahrbar, aber die Straßen bleiben nass. |
| Hohe Balken in einem schmalen Block | Einen Schauer abwarten, nicht den ganzen Tag absagen. |
| Hohe Wahrscheinlichkeit, geringe Mengen | Du wirst wahrscheinlich feucht, aber kaum durchnässt. |
| Im Laufe des Nachmittags ansteigende Windlinie | Fahr die Runde in die Richtung, in der du spät Rückenwind hast. |
Beim Bergauffahren zählt die Temperatur oben, nicht unten
Beim Aufstieg wird dir unabhängig von der Vorhersage warm. Entscheidend für deine Kleidung ist die Temperatur oben, im Wind und schweißnass. Orientiere dich am kältesten Zeitpunkt deines Zeitfensters statt am Durchschnitt und denk daran, dass die gefühlte Temperatur bei einer ungeschützten Abfahrt deutlich unter der Lufttemperatur auf der Karte liegt.
Weathergraph
Plane die Runde, nicht nur die Abfahrt
Weathergraph zeigt Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Böen auf derselben stündlichen Zeitleiste wie Regen und Temperatur. Mit Gedrückthalten siehst du die genauen Werte in Beaufort – so erkennst du, in welche Richtung du losfahren solltest.

